5 November.
Du lebst dein Leben einfach. Lässt Dinge zurück,
die du als vollendet oder als zu sinnlos, sie noch weiterzuführen,
betrachtest. Für dich ist es einfach mit Dingen abzuschließen. Aber für
mich ist es das nicht, weißt du?
Ich bin anders als du. Ich halte an Erinnerungen
fest. Oft scheint mir meine Vergangenheit realer,. einfach wirklicher
als das Jetzt. Als diese Zeit hier. Heute kann ich nicht einmal sagen,
wer du bist. Hoffe, dass wenigstens ein kleiner Teil von dir aus
Vergangenheit besteht. Verrate mir: Kenne ich dich? Kennen wir uns noch?
Oder bist du längst jemand anderes? Bist du noch irgendwo hier oder
trennt uns die Gegenwart voneinander? Ich in der Vergangenheit, du in
der Zukunft. Das ist es doch, oder? Sehnsüchte durch Entfernung sind
schmerzhaft, aber keine Entfernung schmerzt so sehr, wie eine die nie
überwunden werden kann. So wie Vergangenes und Künftiges, so wie du und
ich.
Wer du bist kann ich nicht erkennen, dazu ist
unsere Entfernung schon viel zu groß, aber manchmal bietet dir das Leben
mehr als eine Möglichkeit. Manche Erinnerungen muss man einfach
irgendwann zurücklassen. Weil diese Erinnerungen langsam ihre Bedeutung
verlieren oder auch nur, weil es besser so ist. Weil sie schmerzen
können. Aber insgeheim behalten wir sie alle. Für immer. Nur für uns
selbst. Das denke ich und deshalb, weiß ich, dass du mich kennst. Dass
du es nicht vergessen haben wirst. Deshalb hoffe ich immer noch, dass
hinter deinen Blicken, die schon der Zukunft hinterherjagen oder von dem
heute gefesselt sind irgendwo die Vergangenheit liegt. Dass irgendwo
Erinnerungen an unsere Vergangenheit sind. Ich glaube, dass wir
Erinnerungen behalten, auch wenn wir sie nach außen hin längst vergessen
zu haben scheinen. Erinnerungen sind Gefühle und ein Gefühl vergisst
man nicht. Nie.
Auch wenn Zeit vergeht.
Es gibt immer Dinge die unvergesslich bleiben. Gefühle sind nur eins.
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