"Wenn wir hinfallen und uns die Knie aufschürfen kleben wir ein
Pflaster auf, damit kein Schmutz dran kommt und es verheilt. Aber wenn
niemand hinsieht drücken wir immer wieder drauf, nur um zu sehen ob es
noch weh tut. Und egal ob uns kurz die Luft weg bleibt, weil es so
sticht, wenn wir den Finger drauf legen, oder es nur noch ganz leicht
zieht, wir hören nicht damit auf immer wieder zu sehen, ob noch
schmerzt. Wenn die Wunde langsam verheilt pulen wir die Kruste ab, nur
um sehen ob es noch blutet. Es tut gar nicht mehr weh sagen wir leise,
wenn uns jemand sagt, dass es nicht verheilt, wenn wir immer wieder
daran rumspielen, es tut nicht mehr weh sagen wir, und drücken unsere
Handfläche auf das kleine Loch mit dem Tropfen Blut. Immer wieder
kratzen wir die alten Wunden auf, die fast verheilt waren, nur um zu
fühlen ob es noch der gleiche Schmerz ist. Wüten solange unter unserer
Haut bis Narben auftauchen, die nie entstanden wären, hätten wir das
Pflaster einfach drauf gelassen. Und es macht nichts aus, dass dort
jetzt ein hässlicher Gruß von früher eingebrannt ist. Es macht nichts
aus. Es macht einfach nichts aus, weil unter unserer Haut jetzt etwas
ist, das bleibt. Keine Steinchen, kein Blut, kein pulsierender Schmerz
auf der Oberfläche, aber ein kleiner Kratzer, der nicht mehr
verschwindet. Eine kleine hässliche Narbe die uns an den Moment
erinnert, wo wir lachend den Schotterweg zum Meer hinunter gerannt sind,
als wir glücklich waren, bevor wir gestolpert sind."
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